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Neuer Name - neues Glück?

 

 Langsam aber allmählich nimmt das Corona-Verwirrspiel skurille Formen an! Jeden Tag werden Säue ... ähm ... Nachrichten ... durchs Dorf getrieben. Wenn das so weiter geht, muss man Ampeln aufstellen, damit die Schweinderln nicht kollidieren!

 

Diesmal ist das corpus delicti einer der vier bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe. Von Politikern und von Medien werden diese Seren höchst pathetisch als ‚Meilensteine in der Bekämpfung der Pandemie’ gepriesen. Klingt gut. Funktioniert aber leider nicht. Und zu einem nicht unbeträchtlichen Teil ist an dem neuerlichen Schlamassel die ‚STIKO’ schuld.

 

‚STIKO’. Hm. Mal ehrlich: haben Sie von dieser Institution in Vor-Corona-Zeiten schon mal etwas gehört? Also, ich nicht. Vielleicht ist das eine Bildungslücke. Aber wenn das meine einzige ist, kann ich von Glück reden!

 

Ich musste tatsächlich die allwissende ‚Tante Google’ konsultieren, als ich in irgendeinem Zeitungsbericht davon gelesen habe. Diese Institution prüft neue Impfstoffe auf ihren Nutzen für den Patienten und für die gesamte Bevölkerung. Sie erstellt also eine Nutzen-Risiko-Analyse. Soll heißen: Wenn das Zeug nicht mehr Schaden anrichtet als es nützt, kann man es durchgehen lassen. So ähnlich habe ich das jedenfalls verstanden.

 

Außerdem bestimmt die STIKO, wie die Impfstoffe am Effektivsten eingesetzt werden. Im Corona-Fall hat sie eine Priorisierungsliste erstellt. Darin ist aufgelistet, wer zuerst an die Reihe kommt, unter welchen Umständen, Altersgruppen, Vorerkrankungen und so weiter Aber das wissen wir inzwischen alle, dank eingehender Information durch die Medien. Irgendwie muss die Impfkampagne ja halbwegs geordnet ablaufen. Nur leider waren die ganzen schönen Pläne schon nach kürzester Zeit Makulatur.

 

Einer der Impfstoffe – den Namen werde ich hier nicht nennen (aber ich denke, jeder weiß Bescheid) wurde von besagter STIKO anfangs nur für Patienten unter 64 Jahren zugelassen. Warum ausgerechnet 64 und nicht 62 oder 65, bleibt ihr Geheimnis.

 

Zur Begründung wurde angegeben, es gäbe zu wenig Erkenntnisse über die Wirkungsweise in der höheren Altersgruppe. Hm ... Man hätte ja mal nach England schauen können. Da werden von Anfang an Senioren mit genau diesem Impfstoff immunisiert. Aber gut – Großbritannien ist draußen aus der EU. Vielleicht haben ja die Wissenschaftler keine Einreisegenehmigung bekommen. Oder die Telefonleitungen zum Vereinigten Königreich wurden gekappt. Wer weiß das schon?

 

Wie dem auch sei – irgendwann flogen Meldungen durch den Äther, bei dem betreffenden Impfstoff würden immer wieder Komplikationen auftreten. Nicht viele – aber genug, um die jüngeren Personen, für die das Zeug empfohlen wurde, zu verunsichern.

 

Mehrere Länder unterbrachen daraufhin die Impfung mit dem betreffenden Serum, zwecks Überprüfung, ob die Zwischenfälle tatsächlich auf den Impfstoff zurückzuführen seien. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr Impfkandidaten verunsichert wurden. Die anfangs heiß umkämpften Termine wurden nicht eingehalten, das Serum rundweg abgelehnt, und auf einmal lag jede Menge davon auf Halde. Aber der Nachschub rollte weiter ...

 

Was also tun?

 

Die STIKO überdachte noch einmal ihre Empfehlung. Und plötzlich – zack – wurde der Impfstoff für die Altersgruppe 60+ freigegeben! Nanu? Ausgerechnet für diejenigen, für die es anfangs überhaupt nicht geeignet schien? Also, das soll noch einer verstehen!

 

Ist es ein Wunder, wenn angesichts dieses Herumgeeieres die Menschen überhaupt nicht mehr wissen, wem oder was sie glauben sollen?

 

Die Krönung des ganzen Desasters hat aber nicht die STIKO zu verantworten. Auch nicht die Regierung. Nein, die hat der Hersteller verbrochen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie betreiben ein Lebensmittelgeschäft. Bei einem Ihrer Kontrollgänge entdecken Sie in der Tiefkühltruhe mehrere Packungen Hackfleisch mit einem vor zwei Wochen abgelaufenen Verfalldatum. Irgendwie sind die nach hinten gerutscht und in Vergessenheit geraten.

 

Normalerweise gehörte das Zeug entsorgt. Aber Ihre Oma hat Ihnen eingetrichtert, dass man Essen nicht wegschmeißt. Sie nehmen also das Hackfleisch, schleichen sich damit ins Lager, packen es aus und schnuppern daran. Nun ja – ganz taufrisch riecht es nicht mehr, aber das wird schon keiner merken, wenn Sie es neu einschweißen und ein Etikett mit einem neuen MHD zwei Wochen in der Zukunft versehen. Gesagt, getan. Auf die Oma gehört, kein Essen entsorgt, Problem gelöst. Und Geld haben Sie auch noch gespart ...

 

Was das nun mit unserem Impfstoff zu tun hat?

 

Ganz einfach: der Hersteller des in die Kritik geratenen Serums hat genau das Gleiche gemacht und seinem Präparat einfach einen neuen Namen gegeben. Zu dumm, dass diese Tatsache – wie auch immer – an die Öffentlichkeit gelangt ist.

 

Ich wage zu bezweifeln, dass ein neuer Name für das Produkt das Vertrauen in seine Verträglichkeit wieder herstellen wird. Aber das soll mein Problem nicht sein. Auf jeden Fall kann man zu der ganzen Affäre nur sagen: ‚Willkommen in Absurdistan’.

 

Und soll ich Ihnen etwas verraten?

 

Ich bin gar nicht sooo böse, dass ich in der Priorisierungsliste relativ weit hinten stehe und deshalb in Ruhe abwarten kann, wie sich die Geschichte weiter entwickelt ...

 

 

 

 

 

© Christine Rieger / 2021

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Ulla Austin (Sonntag, 04 April 2021 12:50)

    .........es ist für mich immer eine Freude, von Dir zu lesen. Ich hoffe sehr, dass Du noch viele Gedanken zur Niederschrift hast !!!!

  • #2

    Christine Rieger (Sonntag, 04 April 2021 14:24)

    Liebe Ulla, ich fürchte, so schnell werden mir die,Themen nicht ausgehen ...
    Vielen Dank für Deinen Besuch auf meiner Seite und Deinen Kommentar, und FROHE OSTERN!
    Christine

  • #3

    Inga Scheer (Sonntag, 04 April 2021 17:24)

    Klasse!
    Wie immer auf den Punkt gebracht �

  • #4

    Christine Rieger (Sonntag, 04 April 2021 17:45)

    Vielen Dank, liebe Inga. Die Idee zu dieser Geschichte hat mir die Realität sozusagen frei Haus geliefert. Ich habe das Chaos nur in Worte gefasst ...
    Liebe Grüße
    Christine