NEUERSCHEINUNG

 

 

Ab sofort ist es  lieferbar - mein neues Buch - als Taschenbuch und E-Book.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cover:

© vannycreates Autorenservice,, Bonn

Foto:

© Christine Rieger



Bunt wie die Farben des Regenbogens sind die Geschichten, die uns die Autorin in ihrem dritten Buch präsentiert.

 

Wir begleiten eine Gruppe von Studenten auf ihrer Radtour durch Frankreich, gehen mit einer Autorin auf Kreuzfahrt und besuchen ein Gospelkonzert. Wir erleben den Alltag ruhebedürftiger Rentner und gestresster Paketboten, ärgern uns mit einer geplagten Mieterin über monatelange Renovierungsarbeiten und werfen einen Blick in ein Pflegeheim der Zukunft.

 

 



Und hier ist es zu haben:

 

Direkt beim Verlag

 

Oder - ganz neu - im Autorenwelt-Shop

 

Für diejenigen, die in Nürnberg und Umgebung wohnen:

 

bei Amazon

 

 

... und natürlich auch in allen anderen Buchhandlungen.

 

 

Ich freue mich auf viele, viele Leser und wünsche allen viel Vergnügen!

 

 



LESEPROBEN

Aus „Villa del Futuro“ 

 

Villa del Futuro’ steht in riesigen schwarzen Buchstaben über dem Eingang des Domizils. ‚Haus der Zukunft’. Wie passend! Das Gebäude steht mitten in einem ge-pflegten Garten. Es scheint relativ neu zu sein und ist sonnengelb gestrichen. Eine breite Glasfront zieht sich rechts und links neben der Eingangstür entlang. Die Fensterläden in den oberen Etagen leuchten in frischem Rot, Grün oder Blau. Der ganze Komplex wirkt nicht wie ein Seniorenstift, sondern wie ein teures Hotel in einem schicken Kurort. Der Parkplatz vor dem Haus ist hoffnungslos überfüllt. Selbst in der Einfahrt sind verbotswidrig Autos abgestellt. Mühsam bahnt Astrid sich einen Weg bis vors Haus. Sie hat den Motor noch nicht einmal abgestellt, als schon eine Gestalt mit eckigen Schritten die große Freitreppe herunter stakst.

 

„Hier können Sie nicht stehen bleiben, hauen Sie ab!“, sagt eine blecherne Automatenstimme vorwurfsvoll. Sie gehört zu einem mannsgroßen Ungetüm mit einem quadratischen Kopf und langen Greifarmen. Ein Roboter, wie man ihn aus der Autoindustrie kennt.

 

„Und wo kann ich dann parken?“, fragt Astrid, ziemlich verblüfft über dieses sprechende Monstrum.

 

 „Hier können Sie nicht stehen bleiben!“, wiederholt der Roboter stur. „Hauen Sie sofort ab, sonst …“

 

Der Blechkasten kann seine Drohung nicht zu Ende bringen. Aus der Eingangstür kommt ein Mann geschossen – unverkennbar ein menschliches Wesen. Im Laufen drückt er auf eine Art Fernbedienung, die er in der Hand hält. Augenblicklich schweigt der Apparat, klappt seine Roboterarme ein, verschränkt sie über seiner ‚Brust’ und bleibt neben der Treppe stehen. Er sieht aus, als wäre er beleidigt. Unwillkürlich muss Astrid grinsen.

 

Netter Empfang“, sagt sie trocken zu dem Mann mit der Fernbedienung …

 

 

 

***

 

Aus „Der letzte Arbeitstag“

 

Die Autobahn ist rappelvoll an diesem Freitagnachmittag. Kein Wunder. In drei Bundesländern haben die Sommerferien begonnen. Dazu der Feierabendverkehr. Jede Menge LKW, die noch Ware fürs Wochenende auszuliefern haben – und eine kilometerlange Baustelle, die schon seit Monaten die Autofahrer zur Verzweiflung bringt.

 

Es ist glühend heiß im Auto. Die Klimaanlage in Ger-rits altem Ford hat schon vor zwei Jahren den Geist aufgegeben. Auch sonst hat der Wagen aufgrund seines Alters – immerhin hat er 19 Jahre auf dem Buckel – so einige Macken. Doch Gerrit kann sich einfach nicht davon trennen.

 

Nur noch wenige Kilometer, dann ist er zu Hause, wo seine Frau ihn – hoffentlich – mit einer großen Schüssel Kartoffelsalat und heißen Würstchen erwartet. Adriana hat heute Morgen versprochen, ihm zur Feier seines Eintritts in den Ruhestand sein Leibgericht zu servieren …

 

 

***

 

 

 

Aus „Tante Emmas Laden“

 

Ihr richtiger Name ist Ottilie Brumml. Aber so nennt die alte Bäuerin kein Mensch. Auch sie selbst hat ihren Namen fast vergessen. Für jedermann im Dorf und weit über die Grenzen hinaus ist sie einfach nur Tante Emma’. Zum einen,weil sie den einzigen Tante-Emma-Dorfladen weit und breit führt, und zum anderen, weil ihr Nachname nicht im Geringsten zu ihr passt. Im Gegenteil.

 

Ottilie Brumml ist eine Seele von Mensch. Niemand hat sie je schimpfen oder gar fluchen hören. Jeden Kunden - egal, ob er aus dem Dorf oder der nahegelegenen Großstadt kommt, bedient sie mit der gleichen Freundlichkeit. Für jedermann hat sie ein offenes Ohr, und besonders die Kinder lieben  Tante Emma’ heiß und innig - hat sie doch immer ein Glas mit Gummibärchen, Schokolade oder Kaugummi bereit stehen, aus dem sich die Kleinen bedienen dürfen.

 

Obwohl Ottilie Brumml mittlerweile die achtzig überschritten hat, steht sie immer noch jeden Vormittag in ‚ihrem’ Krämerladen und verkauft nicht nur Butter, Milch, Käse, Marmelade und Honig ­– Erzeugnisse, die vom Bauernhof ihres Mannes stammen –, sondern auch Salat, Gemüse, Kartoffeln, Kirschen, Erdbeeren, Äpfel und Birnen von den umliegenden Gehöften. Die schweren Kisten mit Obst und Gemüse schleppt sie allerdings nicht mehr ...

 

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 ***

 

Aus „Paketpost“

 

Mozartstraße 14. Mit einem Ruck hält der helle Kleintransporter eines Paketdienstes vor der Haustür.

 

Die Fahrertür wird aufgerissen. Eilig springt eine blonde Frau heraus, hastet nach hinten und reißt die Heckklappe auf. Immer diese Hektik! Viel zu viele Pakete, viel zu wenig Zeit. Und das Gehalt … naja, Schwamm drüber. Immerhin besser als arbeitslos!

 

Fünf Pakete hat sie heute für dieses Haus. Für vier verschiedene Adressaten. Hoffentlich erwischt sie die alle! Es kostet Zeit, in jeden Briefkasten einen Zettel zu werfen, der den Empfänger über den vergeblichen Versuch der Zustellung informiert. Zeit, die sie nicht hat …

 

Eine der Kisten ist bleischwer. Eigentlich zu schwer, obwohl Carola alles andere als schwächlich ist. Aber es hilft nichts. Es ist nun mal ihr Job ...

 

 

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Aus „Generalsanierung“

 

Wumm! Wumm! Wumm! Und noch einmal Wumm! Wumm! Wumm! Wumm!

 

Wie eine Rakete fährt Angelika aus dem Tiefschlaf in die Höhe.

 

„Verdammt noch mal, jetzt reicht es aber!“, tobt sie. „Müssen diese verwünschten Handwerker schon um sieben Uhr morgens so einen Krawall …“

 

Erschrocken hält sie inne. Ihr Blick fällt auf zwei Füße in Ringelsocken, die in neongrünen Turnschuhen stecken. Ein Hinterteil in blauen Hosen ragt darüber in die Höhe. Die übrige Gestalt ist hinter dem Schreibtisch verschwunden.

 

Im ersten Moment glaubt Angelika, noch zu träumen. Doch der Lärm, der sie geweckt hat, belehrt sie eines Besseren. Es hört sich an, als würde das Haus mit einer Abrissbirne bearbeitet.

 

Christian! Bist du von allen guten Geistern verlassen?“, brüllt sie nach einer Schrecksekunde.

 

Statt einer Antwort robbt das Hinterteil rückwärts hinter dem Schreibtisch hervor und hievt sich auf die Beine. Doch der Mensch, der neben Angelikas Bett steht, ist nicht ihr Mann …

 

***

 

Aus „Nachtdienst“

 

Einundzwanzig Uhr. Aufatmend lässt Bibiana sich in den gepolsterten Schreibtischsessel fallen. Gerade hat sie ihre letzte Runde durch die Station gedreht, die alte Frau Dennerlein nochmals zur Toilette gebracht, Herrn von Köpplingen zum vierten Mal erklärt, dass es erst morgen früh wieder Frühstück gibt, und Schwester Luise von der Spätschicht gebeten, die Spülmaschine einzuschalten, bevor sie nach Hause geht. Jetzt kehrt hoffentlich Ruhe ein …

 

Bibiana – von den Bewohnern der ‚Seniorenresidenz  am Silbersee’ liebevoll ‚Schwester Bibi’ genannt – liebt ihren Beruf. Trotz Schichtdienst, seelischer und körperlicher Belastung und der nicht gerade üppigen Bezahlung. Wenn nur dieser grässliche Papierkrieg nicht wäre! Die Zeit, die sie mit der Dokumentation ihrer Tätigkeit verbringen muss, hätte sie lieber für die Bewohner aufgewendet …

 

 

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Weitere Kurzgeschichten  findest Du im Blog unter der Rubrik "Geschichten".