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Darf ich vorstellen:

Mein Erstlingswerk!

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Crashkurs -

Das Schicksal greift ins Lenkrad

 

 erschienen am 30. März 2017

 

 


Sie sind Polizisten, Feuerwehrleute, Banker, Schüler oder Hausfrauen - eben Menschen "wie du und ich". Sie haben unterschiedliche Träume, Wünsche und Hoffnungen, große und kleine Sorgen.

Aber eines haben sie alle gemeinsam: Von einem Augenblick zum anderen werden sie mit Ereignissen konfrontiert, die ihr bisheriges Leben vollkommen auf den Kopf stellen ...



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Leseproben

 

Aus „Flucht“  

Seine Frau fand ihn eines Morgens, als sie das Auto aus der Garage holen wollte, um zum Einkaufen zu fahren. Er hatte sich in der Nacht erhängt. Die Leiter, die er benutzt hatte, um den stabilen Haken an der Garagendecke zu er­reichen, lag umgestürzt am Boden. In seiner Hosentasche fand die Polizei später einen Zettel: „Liebling, bitte verzeih mir. Ich hatte keine andere Wahl.“ Sonst nichts.

Die Trauerfeier geriet zum Großereignis. Unzählige Menschen, die ihn in seinem Leben gekannt hatten, wollten sich nun von ihm ver­abschieden - und sie alle rätselten über die Hintergründe seiner Tat. Niemand konnte sich er­klären, warum ein Mann wie Ulrich Berger sich umgebracht haben könnte. Erst nach und nach förderte die Polizei bei ihren Ermittlungen die Wahrheit ans Licht ... 

 

*** 

 

Aus „Aufstiegskampf“ 

Das Fußballspiel war in vollem Gange. Es ging wieder einmal heiß her zwischen den beiden rivalisierenden Vorstadtvereinen. Man hätte meinen können, von einem Sieg hinge die Weltmeisterschaft ab. Die Zuschauer auf beiden Seiten feuerten ihre Mannschaften an. Sie schwenkten Clubfahnen, sangen, pfiffen, schrien sich heiser. Die Mannschaft, die heute Nachmittag den Sieg davontrug, würde in die nächsthöhere Klasse aufsteigen. Das war alle Mühen wert.

In der Halbzeitpause stand es unentschieden. Die Fans beider Mannschaften stießen wilde Drohungen gegeneinander aus. Versuchten, aufeinander loszugehen. Doch dem Aufsichtspersonal gelang es, die verfeindeten Parteien auseinander zu halten.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Die Mannschaft in den schwarzen Trikots mit der leuchtenden Sonne auf der Brust eroberten den Ball. Rannten, was die Beine hergaben. Dann ... ein Schuss ... und - „Tooooooor!“Jubelgeschrei, Freudengesänge, Trommelwirbel ... 

 

*** 

  

Aus „Vollmond“ 

Die Brücke war hoch. Sehr hoch. Sie stand am Geländer und starrte hinunter. Dunkelheit umgab sie wie ein schwarzes Tuch. Unter ihr plätscherte das Wasser des Flusses. Der Vollmond spiegelte sich darin. Nicht rund und glänzend wie am Himmel. Die Wellenbewegung des Wassers teilte das Mondlicht, fügte es wieder zusammen, verschob es. Immer wieder. Stetig. Unaufhörlich. Hypnotisch.

Wie lange stand sie schon hier? Warum? Was war das für ein Fluss? In welcher Stadt? Sie wusste es nicht. Wollte es gar nicht wissen. Wozu? War es gestern gewesen? Vorgestern? Vor einer Woche? Wann war er verschwunden? Und warum? Fragen über Fragen. Aber keine Antwort ... 

 

*** 

 

Aus „Das Wiedersehen“ 

Er vermied es nach Möglichkeit, die Abkürzung durch den Park zu nehmen. Erst recht um diese Jahreszeit, wenn es am Abend schon sehr früh dunkel wurde. Heute jedoch blieb ihm nichts anderes übrig, wenn er noch rechtzeitig bei Sabine sein wollte. Sie waren fürs Theater verabredet, und er hatte versprochen, sie abzuholen. Ihm blieb ohnehin kaum noch Zeit zum Duschen und Umkleiden. Ausgerechnet heute hatte ihn eine Kundin endlos in der Bank festgehalten - eine mit ihren Finanzen völlig überforderte ältere Dame, deren Mann erst kürzlich verstorben war.

Mit schnellen Schritten eilte Benedikt den Kiesweg entlang, vorbei an herbstlich bepflanzten Blumenrabatten, die im trüben Licht der wenigen Laternen nur schwach zu erkennen waren. Linker Hand rauschte der Fluss, sonst war es still. Niemand außer ihm schien mehr unterwegs zu sein. Kein Wunder - hier trieb sich allerlei zwielichtiges Gesindel herum, dem man tunlichst aus dem Weg ging. Erst vor einer Woche war ganz in der Nähe wieder eine Joggerin überfallen worden ... 

 

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Aus „Moment der Entscheidung“ 

Niemals, so hatte sie gehofft, würde sie in so eine Situation geraten. Niemals! Und doch - nun war der Moment gekommen. Sie musste die Entscheidung treffen - über Leben oder Tod. Wie lange war sie eigentlich schon hier? Stunden? Tage? Oder gar Wochen? Wie lange saß sie schon am Bett ihrer Schwester? Die Zeit war ineinandergeflossen wie Lava nach einem Vulkanausbruch - seit jenem verhängnisvollen Augenblick, an dem sie erfahren hatte, dass Iris bei einer harmlosen Blinddarm-OP einen Herzstillstand erlitten hatte, und nun im künstlichen Koma lag. Nichts war mehr wichtig. 

 

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Aus „Börsenfieber“ 

Seine Finger jagen über die Tastatur, als würde er gehetzt. Dicke Schweißtropfen stehen auf seiner Stirn, die er immer wieder geistesabwesend mit dem Hemdsärmel abwischt, während seine Augen wie gebannt die Zahlen auf dem Bildschirm verfolgen. Nicht die kleinste Veränderung in den Kursen entgeht seinem Blick. Immer wieder klickt er auf den „Kauf“- oder den „Verkauf“-Button. Aktien im Wert von Tausenden von Euro verlassen sein Wertpapier-Depot oder kommen neu hinzu - je nachdem, ob die Kurse fallen oder steigen. Es ist wie ein Spiel. Ein süchtig machendes Spiel um Gewinn und Verlust ...

 

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Weitere Kurzgeschichten  findest Du im Blog unter der Rubrik "Geschichten".