Portraitfoto: © Rudi Rieger

Hurra - es ist soweit!

Foto:  © Christine Rieger

Mein Baby hat ein Geschwisterchen bekommen!

"Das Leben ist ein großer Spaß ... 

wenn man es nicht allzu ernst nimmt!"

 

40 heitere Geschichten, wie sie nur das Leben schreibt ...

 

Ab sofort ist mein zweites Buch bei allen Online-Buchhandlungen erhältlich - aber natürlich kann es auch in jeder örtlichen Buchhandlung bestellt werden!! 


Wer kennt ihn nicht? Diesen kleinen, boshaften Kobold, der durch unser Leben spukt und aus Jux und Tollerei ständig unsere Pläne durcheinanderbringt? Die Protagonisten in diesen 40 heiteren Kurzgeschichten können jedenfalls ein Lied von ihm singen!

Und wenn er es dann wieder einmal geschafft hat, alle zur Verzweiflung zu bringen, hockt er schadenfroh grinsend in seiner Ecke ...



Hier kannst Du mein Buch kaufen: 

 

Entweder direkt beim Verlag:

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Natürlich kannst Du es auch in anderen Buchshops oder in Deiner örtlichen Buchhandlung bestellen!



LESEPROBEN

 Aus „Schöne neue Zeit“

„Himmeldonnerwetter! Diese bescheuerten Hotlines nerven mich noch zu Tode!“ Fluchend wirft Carla das tragbare Telefon aufs Bett. „Geht es denn nirgends mehr ohne diese vermaledeiten Automaten?“ 

„Was ist denn jetzt schon wieder los?“, fragt Kon-stantin kopfschüttelnd. 

„Ich versuche seit heute Morgen, im Baumarkt anzurufen, weil ich fragen will, ob sie schon wieder Geranien für den Balkon haben – die waren letzte Woche nämlich ausverkauft“, wettert Carla. „Aber ständig höre ich dieses verwünschte: „Pling-pling-pling-pling ... – leider sind unsere Leitungen zur Zeit alle belegt. Bitte haben Sie noch etwas Geduld, Sie werden gleich verbunden! – pling-pling-pling-pling ... – Ich habe jetzt aber keine Geduld mehr, verdammt noch mal!“ 

„Und – kommst du deswegen schneller durch?“, fragt Konstantin trocken. Diese ständigen Ausbrüche seiner Frau können ganz schön anstrengend sein! Wegen jeder Kleinigkeit fährt sie aus der Haut –  als ob ihre Wutanfälle an den Zuständen irgend etwas ändern würden! 

„Ach, Mensch, ich hasse diese neue Zeit!“ Carla ist den Tränen nahe. „Überall gerät man nur noch an blöde Automaten. Egal, ob man zum Friseur gehen möchte, eine Fahrkarte für den Bus kaufen will oder seine Lebensmittel mit der Scheckkarte bezahlen – jedes Mal muss man sich erst durch ein endloses Fragespiel durcharbeiten! – Wenn Sie das und das wollen, drücken Sie bitte die ‚eins‘. Haben Sie Fragen zu dem und dem, drücken Sie bitte die ‚zwei‘ …

 

 

***

 

Aus „Die Eröffnung“

Sag mal – bist du nicht noch ein bisschen zu früh dran für den Schichtwechsel im Schuhschrank? Oder ist dir gerade furchtbar langweilig?“

Fassungslos starrt Tom den großen Umzugskarton im Flur an, der bis obenhin mit Schuhen vollgestopft ist. Daneben steht eine zweite, etwas kleinere Kiste, auch schon zur Hälfte gefüllt.

„Vorsicht, geh mal in Deckung!“

Tom kann gerade noch zur Seite springen, bevor ihn ein schwarzer, pelzgefütterter Winterstiefel am Kopf trifft, den Katrin – auf der obersten Stufe der Leiter stehend – an ihm vorbei in den halbleeren Karton wirft. Gleich hinterher kommt der zweite Stiefel geflogen.

Aufatmend klettert Katrin von ihrem Hochstand, ihre schmutzigen Hände kurzerhand am Hosenboden abwischend. Ganz oben ins Schuhregal verirrt sich der Putzlappen leider nur selten.

„Hast du denn nicht Zeitung gelesen?“ Ungeduldig bläst Katrin eine herunterhängende Haarsträhne aus ihrer Stirn. „Da steht doch ganz groß drin, dass am kommenden Samstag der neue Mega-Schuhmarkt aufmacht. Und als Eröffnungsangebot bekommt man für jedes alte Paar Schuhe, das man dort abliefert, einen 5-Euro-Gutschein!“ …

 

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 Aus „Blind Date

Sie ist aufgeregt wie ein Teenager. Zum fünfzehnten Mal schaut Anne in den Spiegel. Ja, die Frisur sitzt. Kein einziges graues Härchen ist mehr zu sehen. Die Friseurin hat heute Morgen ganze Arbeit geleistet. Dezentes Makeup, hellgrauer Lidschatten, ein wenig Wimperntusche betonen ihre Augen. Dazu zartrosa Lippenstift. Perfekt.

Ihr Blick gleitet tiefer. Das türkisfarbige Jackenkleid verdeckt geschickt die kleinen Pölsterchen an ihren Hüften. Der Rock endet knapp unterhalb der Knie. Nicht zu kurz, nicht zu lang. Dazu Riemchensandaletten in der Farbe des Kleides, mit kleinem Absatz.

Doch, sie sieht gut aus. Das will sie auch. Sie will ihm gefallen. Er – das ist Alexander. Sie hat ihn in einem Online-Portal kennen gelernt. Vier Monate ist das jetzt her. Und nun wird sie ihn zum ersten Mal treffen …

 

***

 

  Aus „Der Kuss der Muse“

„Würdest du mich bitte mal küssen?“ Ulla steuert das Sofa an, auf dem ihr Mann es sich mit der Sportzeitung gemütlich gemacht hat, und sieht ihn auffordernd an.

„Wieso sollte ich?“, fragt Oliver irritiert.

„Na, weil du mein Mann bist – ganz einfach. Und weil du mich schon seit mindestens zwei Stunden nicht mehr geküsst hast. Und überhaupt – weil die Muse es leider auch nicht tut …“

„Was denn für eine Muse? Wer is’n das überhaupt?“ Oliver, der außer der Tageszeitung und dem Sportjournal selten irgend etwas anderes zu lesen pflegt, starrt seine Frau an, als hätte er plötzlich eine Verrückte neben sich sitzen.

„Och, Mensch, Oliver – die Muse der Kunst. In meinem Fall der Schreibkunst! Ich brüte jetzt schon die ganze Woche über meiner neuen Geschichte, aber mir will ganz einfach nichts einfallen!“

„Und du meinst, es nützt was, wenn ich dich jetzt küsse? Ich habe doch überhaupt keine Ahnung vom Schreiben! Ich bin schon froh, wenn ich meinen Namen unter eine Geburtstagskarte setzen kann!“

„Naja, schaden kann es zumindest nicht“, meint Ulla. „Danach lasse ich dich auch ganz bestimmt wieder in Ruhe. Versprochen!“

Oliver grinst. Seine Frau ist doch wirklich ein verrücktes Huhn – ihre Einfälle sind manchmal göttlich! …

 

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 Aus „Tanzstunde“ (Teil 1) 

Tanzschule Aschenbrenner‘ stand in großen, verschnörkelten Goldbuchstaben über dem Eingang des modernen Gebäudes mit den riesigen Panorama-fenstern. Irgendwie unpassend, fand Gerti, als sie zögernd die Marmortreppe hinaufstieg. Sowohl die Schnörkel als auch der Name. Der klang viel eher nach einer Kohlenhandlung. Oder einer Frühstückspension im Allgäu mit Holzbalkonen und üppig bepflanzten Blumenkästen.

Am liebsten hätte sie auf dem Absatz kehrt gemacht und wäre geflüchtet – zurück in ihr Geheimversteck auf dem Heuboden. Was sollte sie hier? Sie hatte keine Lust, Tanzen zu lernen. Wozu auch? In dem Dorf, in dem sie lebte, gab es kein einziges Tanzlokal. Ein Auto hatte sie nicht, um in einen der Nachbarorte zu fahren – sollte sie vielleicht im Hühnerstall dem Gockel einen Cancan vorführen?

Aber ihre Mutter war nun einmal der Meinung, ein junges Mädchen müsse tanzen können, sonst würde es keinen Mann abkriegen. Und deshalb war sie hier …

 

***

Aus „Tanzstunde“  (Teil 2)

Der Tanzkurs ging seinem Ende entgegen. In den letzten Wochen hatten die Teilnehmer die Schritte zu vielen Standardtänzen gelernt: Rumba, Tango, Slowfox, Wiener Walzer, langsamer Walzer, Quickstep, Discofox ... Heute Abend stand nun der Höhepunkt bevor: der große Abschlussball.

Anfangs hatte Gerti den Kurs mit großem Widerwillen in Angriff genommen. Aber schließlich wollte sie ja mal einen Mann abkriegen, und das konnte man nur, wenn man tanzen konnte. Behauptete jedenfalls ihre Mutter.

Vom ‚Tanzen können‘ war Gerti ihrer eigenen Meinung nach immer noch Lichtjahre entfernt. Aber immerhin – sie hatte Spaß an der Sache gefunden. Wenn – ja, wenn nur ihr Tanzpartner nicht gewesen wäre!

Toni, der Bauernsohn aus dem Nachbarort, hatte sie nach seinem bühnenreifen Auftritt bei der ersten Tanzstunde nicht mehr aus seinen Fängen gelassen. Die anderen jungen Männer hatten keine Chance gegen ihn …

 

 ***

 

  Aus „Der Meister und sein Werk“

 „Sag mal – was soll das denn werden, wenn es fertig ist?“

Kopfschüttelnd mustert Andrea das seltsame Ungetüm, das seit Wochen den Carport belagert und sie dazu nötigt, ihren Wagen draußen auf der Straße abzustellen. „So langsam könntest du damit ja mal zu Potte kommen. In spätestens einem Vierteljahr fängt es an zu schneien, und dann steht mein Auto immer noch …“

„Meins doch auch!“ Alessandro wirft ungeduldig eine Haarsträhne nach hinten, die ihm über die Augen hängt. „Außerdem – im September schneit es sicher noch nicht. Wir haben doch erst Ende Juni!“ Eigentlich heißt er ja Alexander. Aber dieser Alltagsname passt seiner Meinung nach nicht zu einem Künstler.

„Trotzdem. Du bastelst doch jetzt schon seit März an diesem absonderlichen Gebilde herum. Kann es vielleicht sein“, fügt sie süffisant hinzu, „dass du selber noch nicht so genau weißt, was du da zusammenschraubst?“ …

 

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  Aus „Hausputz“

 „Morgen will ich Fenster putzen“, verkündet Sonja kurz nach dem Abendessen.

„Schon wieder?“, protestiert Manfred. „Du hast sie doch erst vor ein paar Wochen geputzt!“

„Vor mehr als 52 Wochen“, berichtigt Sonja trocken. „Da klebt noch der Blütenstaub vom Frühjahr dran!“

„Und du schämst dich nicht mal, das laut zu sagen?“ Manfred grinst über beide Ohren.

„Du … du … du …“, setzt Sonja zu einer Schimpfkanonade an. Weit kommt sie nicht.

 „Armleuchter“, unterbricht Manfred belustigt. „Aber ich hab schon verstanden – hau morgen bloß ab und steh mir nicht im Weg rum!“ Er grinst noch immer. „Keine Sorge, ich wollte sowieso mal wieder mit Heinz zum Angeln. Ich ruf ihn gleich an!“

Er springt aus dem Fernsehsessel, hängt sich ans Telefon und kommt drei Minuten später mit der frohen Botschaft zurück, dass er morgen spätestens um halb acht verschwinden wird …

 

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Aus „Weihnachten fällt aus!“

 … Gitta sitzt auf der Eckbank, eingehüllt in ihren flauschigen blauen Bademantel mit den Sternen drauf. Vor ihr auf dem Tisch liegt ein Blatt Papier, auf dem sie mit einem winzigen Bleistiftstummel, den ihre Finger kaum noch halten können, Notizen macht.

„Was treibst du denn hier zu nachtschlafender Zeit?“, fragt Simon neugierig.

„Ich konnte nicht mehr schlafen. Also habe ich angefangen, meine to-do-Liste für Weihnachten zu schreiben.“ 

 „Jetzt schon?“, fragt Simon entsetzt. „Wir haben doch noch nicht mal den ersten Advent!“

„Damit kann man nie früh genug anfangen!“, seufzt Gitta. „Wenn ich bloß daran denke, was das wieder für einen Stress bedeutet …

…„Weißt Du was?“, sagt sie plötzlich. „In diesem Jahr lassen wir Weihnachten ausfallen!“

„Was?“ Um ein Haar wäre Simon wieder gegen das Regalbrett über seinem Kopf gerannt.

 „Jawohl. Weihnachten fällt aus dieses Jahr!“, wiederholt Gitta entschlossen.

„Aber das kannst du doch nicht machen!“, protestiert Simon.

„Oh doch – ich kann!“ Gitta lässt sich nicht beirren ...

 

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Weitere Kurzgeschichten  findest Du im Blog unter der Rubrik "Geschichten".